„Vorsorgetarife“ sind eine Mogelpackung

Viele private Krankenversicherer werben für den Abschluss einer Zusatzversicherung, die für eine garantierte Beitragssenkung im Alter sorgt. Ein 35-Jähriger zahlt zum Beispiel 50 Euro Zusatzbeitrag und sein Krankenversicherungsbeitrag sinkt dafür – ab Alter 65 – um 180 Euro.

Was gern verschwiegen wird: Auch wenn man bereits 65 ist und dann die Beitragsentlastung bekommt, muss man den Zusatzbeitrag bis an sein Lebens¬ende weiter bezahlen. Wer also 50 Euro Zusatzbeitrag zahlt, um 180 Euro Beitragseinsparung zu erhalten, der bekommt unterm Strich nur 130 Euro Beitragseinsparung (180 minus 50). Je älter der Versicherte bereits ist, desto unattraktiver wird die Sache. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete von einer 58-jährigen Frau, die 231 Euro mehr zahlen sollte, um 330 Euro zu sparen. Unterm Strich spart sie aber – ab 65 – nur 99 Euro im Monat (330 minus 231). Damit sich das lohnt, müsste die Frau 98 Jahre alt werden.

Fazit: Wir raten von dieser Zusatzversicherung ab. Niemand weiß, wie sich Krankenversicherungsbeiträge entwickeln, und ob es in 20 Jahren die private Krankenvollversicherung überhaupt noch gibt. Im Zweifel sparen Sie lieber auf eigene Faust separat Geld an, um steigende Krankenversicherungsprämien im Alter bezahlen zu können.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim