Darlehen unter Angehörigen weniger streng geprüft

Ein Großvater hatte seinem Sohn für dessen Bäckerei diverse teure Maschinen gegen Kredit verkauft. Anschließend schenkte der Großvater die Dar­lehensforderungen seinen Enkeln. Diese sollten nun statt ihres Opas die Zinsen versteuern. Der Sohn des Großvaters wollte die Zinsen als Betriebsausgabe in seiner Bäckerei absetzen. Das Finanzamt spielte nicht mit, denn das Ganze sei nicht „fremdüblich“.

Das oberste Steuergericht sieht die Sache entspannter: Wenn von einem Darlehen unter Angehörigen unmittelbar Wirtschaftsgüter gekauft werden, mit denen man Geld verdienen will, wird alles nicht so streng gesehen. Hauptsache, die Zinsen werden auch wirklich pünktlich bezahlt und es gibt eine faire Verteilung der Chancen und Risiken aus dem Darlehensvertrag. Deshalb muss bei fehlender Sicherheit der Zinssatz etwas höher sein.

Eine sehr strenge Prüfung gibt es nach wie vor, wenn dem Darlehensgeber vorher die Geldmittel für die Darlehensgewährung geschenkt werden. Das war aber hier nicht der Fall, denn die Kinder bekamen das Geld ja nicht vom Vater geschenkt, sondern vom Großvater.

Fazit: Wenn sich Familienangehörige Darlehen gewähren und von dem Geld dann z. B. Mietwohnungen oder betriebliche Maschinen gekauft werden, geht es nicht mehr so streng zu. Aber nach wie vor muss alles zivilrechtlich wirksam sein und die Zinsen müssen fließen. Wenn keine Sicherheiten gestellt werden, muss der Zins etwas höher sein. (BFH, 22.10.13, X R 26/11, DStR 13, 2677)

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

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