Wann Führerschein-Kosten Betriebsausgabe sind

Bezahlen Sie einem Mitarbeiter den Führerschein, können Sie das stets als Betriebsausgabe absetzen. Falls es sich aber dabei um den Pkw- oder Motorrad-Schein handelt, muss der Arbeitnehmer den Betrag im Gegenzug als „geldwerten Vorteil“ versteuern.

Das gilt jedoch nicht für den Lkw-Führerschein: Dessen Bezahlung durch den Chef ist für den Arbeitnehmer lohnsteuerfrei.

Begründung: Solch ein Führerschein (Klassen „C1“ bis 7,5 t und „C1E“ bis 12 t.) ist „… im privaten Alltagsleben nicht üblich und erforderlich“. Und was man nicht nutzen kann, ist nicht lohnsteuerpflichtig. (Bayer. Landesamt für Steuern, 26.06.09, DB 2009, 1902)

 

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

So delegieren Sie erfolgreich

Wer alles selber machen will, wird Gefangener von 70-Stunden-Wochen und versperrt seinem Unternehmen die Chance auf eine positive Entwicklung. Delegieren ist die Voraussetzung für erfolgreiches Wachstum. Durch Delegation gewinnen Sie Zeit, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die über das Alltagsgeschäft hinausgehen. Zum Beispiel mit der Zukunft Ihrer GmbH. Aber auch das Delegieren muss man richtig anpacken.

1. Analyse des betreffenden Aufgabenbereichs: Ein erfreulicher Neben­effekt dieser genauen Analyse ist das Hinterfragen eingefahrener Arbeitsroutinen. Oft stellt sich dann heraus, dass diese problemlos zu vereinfachen sind. Alleine das genaue Hinsehen lässt Sie neue Ansätze zur Erledigung und Aufteilung entdecken.

2. Auswahl des richtigen Mitarbeiters: Sie müssen klären, für welche Aufgabe Sie welche Qualifikation suchen. Dazu muss die zu delegierende Aufgabe also erst einmal klar formuliert sein. Das macht deutlich, welche Fähigkeiten für deren Erfüllung notwendig sind.

3. Gegenseitiges Vertrauen ist Voraussetzung fürs Delegieren: Wenn Sie eine Aufgabe an einen Mitarbeiter delegieren, dann tun Sie das im Vertrauen darauf, dass dieser alles tun wird, um die Aufgabe optimal zu erfüllen. Ihr Mitarbeiter wird umgekehrt darauf vertrauen, dass Sie ihm keine Aufgabe übertragen, die er nicht erfüllen kann. Er muss sich „trauen“ dürfen, Sie anzusprechen, sobald Schwierigkeiten oder Unklarheiten auftauchen. Umgekehrt sind Sie dem Mitarbeiter schuldig, ihm Feedback darüber zu geben, ob Sie mit der Erledigung der abgegebenen Aufgabe zufrieden waren.

Vorteile des Delegierens: Sie erhöhen die Qualität Ihrer Arbeit, weil Sie sich auf Ihre Führungs­aufgaben konzentrieren können. Und Sie erhöhen die Motivation Ihrer Mitarbeiter. Denn durch Delegieren wird deren Arbeitsplatz interessanter und abwechslungsreicher. Sie nutzen die Potenziale vieler. Das Wissen in Ihrem Unternehmen wird damit auf eine breitere Basis gestellt.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

Wie Sie kurz vor Jahresende sinnvoll Steuern sparen

Kurz vor Jahresende können Sie noch sinnvoll Steuern sparen, wenn Sie Krankenversicherungs-Beiträge für 2013 vorauszahlen. Das Steuergesetz erlaubt es, maximal das Zweieinhalbfache an Krankenversicherungs-Beiträgen vorauszuzahlen und sofort abzusetzen. (§ 10 Abs. 1 Nr. 3 Satz 4 EStG

Es kann sich steuerlich lohnen, alle zwei Jahre das Doppelte zu zahlen und dann ein Jahr auszusetzen. Wenn man zum Beispiel also in geraden Jahren immer die Krankenversicherungsprämie für das Folgejahr vorauszahlt, erreicht man dadurch in den ungeraden Jahren das Absetzen von Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikoversicherungen, die sonst wegen Überschreitens der Höchstgrenze unter den Tisch fallen.

Der Hintergrund: Man kann entweder maximal 2.800 Euro für Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeit-, Unfall-, Haftpflicht- und Risikoversicherungen absetzen oder aber nur den Basiskrankenversicherungsschutz (ohne Komfortleistungen) und die Pflegeversicherung, das aber ohne Beschränkung (§ 10 Abs. 4 EStG). Wer also höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlt, kann diese zwar absetzen, aber alle anderen oben genannten Versicherungen fallen dann unter den Tisch.

Diesen Effekt kann man durch die Voraus­zahlung vermeiden, weil man dann im nächsten Jahr ohne Krankenversicherungsbeiträge die vollen 2.800 Euro frei hat.

Zahlenbeispiel: Stefan (ledig + selbständig) zahlt für seine private Krankenversicherung monatlich 500 Euro, davon 100 Euro für Komfortleistungen (Einbettzimmer usw.). Außerdem zahlt er im Monat 230 Euro für eine Risiko-Lebensversicherung. Stefan zahlt 2012 (und alle folgenden geraden Jahre) die Krankenversicherungs-Beiträge für das Folgejahr voraus und kann in geraden Jahren 9.600 Euro absetzen (Basisschutz 400 Euro x 24). Dadurch erreicht er in den ungeraden Jahren den Abzug seiner Lebensversicherung (2.760 Euro), die sonst unter den Tisch gefallen wäre. Der Trick spart also alle zwei Jahre bis zu 1.222 Euro Steuern.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

So sichern Sie sich die Steuerfreiheit für EU-Exporte

Der CMR-Frachtbrief ist ein international vereinheitlichtes Dokument für die Versendung von Gütern über Speditionen. Das Feld 24 dieses Frachtbriefs enthält eine Empfangsbestätigung des Empfängers. Eine Unterschrift in diesem Feld ist zwar keine zwingende materielle Voraussetzung für die Umsatzsteuerbefreiung, es sollte aber für „Zweifelsfälle“ ausgefüllt sein.

Tipp: Lassen Sie sich also am besten stets den CMR-Frachtbrief mit ausgefülltem und unterschriebenem Feld 24 zurückfaxen bzw. -mailen.

Denn ein Zweifelsfall tritt schnell auf: Nämlich immer dann, wenn ein Finanzbeamter zu Ihnen kommt und zweifelt.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

Tipps zur Weihnachtsfeier 2012

Den Betriebsausgabenabzug haben Sie für die Kosten der Feier stets in voller Höhe und unbegrenzt. Das ist nie das Problem. Fallstricke lauern an ganz anderen Stellen:

Lohnsteuer vermeiden: Die Teilnahme an der Weihnachtsfeier kostet Ihre Mitarbeiter keine Lohnsteuer, wenn die Kosten je Arbeitnehmer maximal 110 Euro betragen. Wohlgemerkt: Je Arbeitnehmer, nicht je Teilnehmer. Wenn also Arbeit­nehmer Angehörige mitbringen, müssen Sie erst die Kosten je Teilnehmer ausrechnen, dann jedem Arbeitnehmer die von ihm gebrachten Gäste zurechnen und dann die 110-Euro-Grenze prüfen.

110 Euro überschritten? Halb so schlimm! Es gibt die Möglichkeit, teure Weihnachtsfeiern mit 25 Prozent pauschal zu versteuern, wodurch auch Sozialversicherungsfreiheit eintritt. Das Gleiche ist dann notwendig, wenn zwar die 110 Euro je Arbeitnehmer eingehalten werden, aber es im Jahr 2012 insgesamt mehr als zwei Betriebsveranstaltungen gab. Steuerfrei sind nämlich maximal zwei pro Jahr möglich. Tipp: Für die Lohnsteuerpauschalierung sucht man sich nicht unbedingt die letzte, sondern stets die billigste Feier aus.

Mehrtägige Weihnachtsfeiern: Angenommen, Sie fahren mit Ihren Mitarbeitern über Nacht auf eine Skihütte o. ä., dann ist auch das lohnsteuerfrei, sofern Sie die 110-Euro-Grenze einhalten. (R 19.5 Abs. 3 Satz 2 LStR)

Kleine Geschenke auf der Weihnachtsfeier: Geschenke bis 40 Euro brutto werden in die 110-Euro-Grenze eingerechnet und bleiben somit lohnsteuerfrei, sofern insgesamt die 110 Euro eingehalten werden.

Teure Geschenke auf der Weihnachtsfeier: Geschenke über 40 Euro müssen Sie stets pauschal versteuern, dafür zählen sie aber bei der 110-Euro-Grenze nicht mit.

Weihnachtsgeschenke außerhalb der Weihnachtsfeier: Solche Weihnachtsgeschenke sind stets in voller Höhe lohnsteuer- und sozialver­sicherungspflichtig. Nur bei „Geschenken anlässlich einer Betriebsveranstaltung“ gibt es die Möglichkeit, die Lohnsteuer zu pauschalieren.

Goldmünzen als Weihnachtsgeschenk auf der Weihnachtsfeier?
Die steuer­günstigen Vorschriften gelten nur für Sachgeschenke. Man könnte zwar trefflich drüber streiten, ob eine Goldmünze eine Sache oder Geld ist, Finanz­ämter und Sozialversicherungsträger sehen Goldmünzen jedoch definitiv als „Geld“ an. Fazit: Keine Steuerfreiheit und keine Pauschalsteuer möglich.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

Wichtige Grenzbeträge im Steuerrecht

Grenzbeträge sind im Steuerrecht oft sehr wichtig und werden häufig durchein­andergebracht. Diese sollten Sie kennen:

Zehn Euro netto: Geschenke bis 10,00 Euro netto gelten als Streuwerbe­­artikel. Folge: Sie sind beim Empfänger nicht steuerpflichtig und man muss die Namen der Empfänger nicht notieren.

35 Euro netto: Diese Netto-Freigrenze gilt für Geschenke an Geschäftspartner. Geschenke dürfen höchstens bis zu dieser Grenze pro Kopf und Jahr als Betriebsausgabe abgezogen werden. Ein Cent darüber, und das Geschenk ist nicht abzugsfähig. Verpackungs- und Versandkosten erhöhen die Bemessungsgrundlage nicht. Vorsicht: Geschenke sind beim Empfänger steuerpflichtig! (ausgenommen Streuwerbeartikel bis zehn Euro; s. o.).

40 Euro brutto: Diese Grenze gilt für Geschenke an Mitarbeiter aus persönlichem Anlass (Geburtstag, Verlobung, usw.) und kann pro Jahr mehrfach genutzt werden. Ebenso muss diese Betragsgrenze zur Lohnsteuerfreiheit eingehalten werden bei Bewirtungen von Arbeitnehmern aus betrieblicher Veranlassung (zum Beispiel, um schnellere Weiterarbeit nach dem Essen zu gewährleisten).

44 Euro brutto: Diese Bruttofreigrenze gilt für steuerfreie Sachbezüge. Jeder Mitarbeiter kann im Monat maximal steuerfreie Sachbezüge (zum Beispiel Benzingutschein, Warengutschein) bis 44 Euro brutto erhalten. Ein Cent mehr und alles ist steuerpflichtig. 50 Euro: Seit 2004 veraltete Freigrenze.

72/75/80 D-Mark: Veraltete Grenzbeträge für Geschenke, die manche alten Buchhaltungshasen nur schwer aus dem Unterbewusstsein verdrängen können.

110 Euro brutto: Das ist die Bruttofreigrenze der maximalen Kosten je Arbeitnehmer bei Betriebsveranstaltungen (Weihnachtsfeier, Betriebsausflug usw.), bis zu der keine Lohnsteuer anfällt.

150 Euro netto: Das ist die Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut (GWG), wenn man die so genannte „Poolbewertung“ (von 150,01 bis 1.000,00 Euro netto) nutzen will.

150 Euro brutto: Für den Vorsteuer­abzug sind bei Rechnungen bis 150 Euro brutto (Kleinbetragsgrenze) folgende Angaben entbehrlich: Nettobetrag, Mehrwertsteuerbetrag in Euro und Cent, Rechnungsempfänger, Rechnungs- und Steuernummer. Sehr wohl müssen aber vorhanden sein: Vollständiger Name und Adresse des Rechnungsausstellers, Ausstellungsdatum, Bezeichnung der gelieferten Gegenstände und der Steuersatz (z. B. „19 % USt.“).

400 Euro brutto wie netto: Das ist die Obergrenze für den Monatslohn eines Minijobbers. Der vom Bundestag beschlossenen Anhebung auf 450 Euro muss der Bundesrat noch zustimmen.

410 Euro netto: Die alte und seit 2010 wahlweise wieder anwendbare Grenze für das geringwertige Wirtschaftsgut.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

„Krankenversicherungs-Optimierer“ beraten oft egoistisch

Private Krankenversicherungen können im Alter sehr teuer werden. Es gibt zwar die Möglichkeit, innerhalb derselben Versicherungsgesellschaft ohne Risikozuschlag und unter Mitnahme der Altersrückstellungen in einen günstigeren Tarif zu wechseln (§ 204 VVG), aber die Versicherer blocken dieses Ansinnen oftmals (rechtswidrig) ab.
Ohne Experten ist der Wechsel also schwierig. In diese Lücke sind nun Dienstleister gestoßen, die auf reiner Erfolgshonorar-Basis den Wechsel in günstigere Tarife anbieten.

Das hört sich zunächst gut an: Endlich einmal ein Vermittler, der nichts möglichst teures, sondern etwas möglichst günstiges vermitteln will. Doch die Erfolgsprämie über die Prämieneinsparung führt zu einer Fehlsteuerung. Denn die „Optimierer“ suchen einfach den absolut billigsten Tarif heraus. Je größer die monatliche Ersparnis, desto höher ist nämlich das Erfolgshonorar. Dieses wird oft auf Basis einer Jahres-Ersparnis festgelegt und kann somit ein paar tausend Euro ausmachen.

Unerwünschte Nebenwirkung eines Billigtarifs: Die billigsten Tarife bieten oftmals nur einen Basisschutz. Langjährig privat Versicherte, die an Premium-Behandlung gewohnt sind, erleben dann eine böse Überraschung, wenn der neue Billig-Tarif viele Behandlungsarten und Zusatzleistungen nicht umfasst.

Unser Rat: Die billigste Lösung ist oft nicht die Beste. Wenden Sie sich lieber an einen von der IHK zugelassenen Versicherungsberater (www.bvvb.de), der auf Stundenbasis berät und das Optimum für Sie herausholt statt für
seinen eigenen Geldbeutel.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

„Vorsorgetarife“ sind eine Mogelpackung

Viele private Krankenversicherer werben für den Abschluss einer Zusatzversicherung, die für eine garantierte Beitragssenkung im Alter sorgt. Ein 35-Jähriger zahlt zum Beispiel 50 Euro Zusatzbeitrag und sein Krankenversicherungsbeitrag sinkt dafür – ab Alter 65 – um 180 Euro.

Was gern verschwiegen wird: Auch wenn man bereits 65 ist und dann die Beitragsentlastung bekommt, muss man den Zusatzbeitrag bis an sein Lebens¬ende weiter bezahlen. Wer also 50 Euro Zusatzbeitrag zahlt, um 180 Euro Beitragseinsparung zu erhalten, der bekommt unterm Strich nur 130 Euro Beitragseinsparung (180 minus 50). Je älter der Versicherte bereits ist, desto unattraktiver wird die Sache. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete von einer 58-jährigen Frau, die 231 Euro mehr zahlen sollte, um 330 Euro zu sparen. Unterm Strich spart sie aber – ab 65 – nur 99 Euro im Monat (330 minus 231). Damit sich das lohnt, müsste die Frau 98 Jahre alt werden.

Fazit: Wir raten von dieser Zusatzversicherung ab. Niemand weiß, wie sich Krankenversicherungsbeiträge entwickeln, und ob es in 20 Jahren die private Krankenvollversicherung überhaupt noch gibt. Im Zweifel sparen Sie lieber auf eigene Faust separat Geld an, um steigende Krankenversicherungsprämien im Alter bezahlen zu können.

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Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

Steuerbetrug und Steuerhinterziehung: was ist der Unterschied?

Bisweilen liest man in der Presse Sätze wie diesen: „Dem Anleger wird nicht nur Steuerhinterziehung vorgeworfen, sondern in einigen Fällen sogar Steuerbetrug.“ Aus deutscher Sicht ist dieser Satz barer Unsinn, denn es gibt im deutschen Strafgesetzbuch keinen Steuerbetrug.
Vielmehr ist der Straftatbestand der Steuerhinterziehung ein Sonderfall des Betrugs – nämlich am Finanzamt. Das Finanzamt wird durch falsche Angaben (oder das Unterlassen von Angaben) getäuscht und dadurch betrogen, dass man es zur Festsetzung einer zu niedrigen Steuer verleitet.

Übrigens: Das bloße Nicht-Zahlen ist nicht strafbar – strafbar ist eben nur die Täuschung des Finanzamts über Tatsachen. Insofern ist auch ein Satz wie folgender Unsinn: „Der Gastwirt wurde wegen Steuerhinterziehung verurteilt, weil er jahrelang keine Steuern gezahlt hat.“

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

Wann Sie Einnahmen aus Immobilien-Verkauf angeben müssen

Der Veräußerungsgewinn ist bei selbst bewohnten Häusern stets steuerfrei: Hier gibt es gar keine Mindest-Frist. Sie können im Mai in Ihr neues Haus einziehen und es schon im Juni für 100.000 Euro mehr verkaufen – steuerfrei. Das gilt für alle Häuser, die man von Kauf bis Verkauf ausschließlich selbst bewohnt hat.
Falls das Haus früher einmal vermietet war, muss die Selbstnutzung im Jahr des Verkaufs und in den beiden vorangegangenen Jahren stattgefunden haben, damit die Steuerfreiheit eintritt. Kurios: Die Steuerbefreiung gilt sogar für ausschließlich selbst genutzte Ferienhäuser und Zweitwohnungen.

Vermietete Häuser und Wohnungen: Hier gilt eine Behaltens-Frist von zehn Jahren. Ab 1. Juli 2012 könnten Sie z. B. vermietete Immobilien steuerfrei verkaufen, die Sie am 30.06.2002 oder früher gekauft haben (Datum des Notar¬termins ausschlaggebend). Der Übergang von Besitz, Nutzen und Lasten ist nicht bedeutsam, genauso wenig, ob es sich um einen Gewerbebau, eine Eigentumswohnung oder ein Mehrfamilienhaus handelt. Hauptsache, es handelt sich um steuerliches Privatvermögen. Der Gewinn (bei Verkauf innerhalb von zehn Jahren) errechnet sich so: Einnahme plus bisher vorgenommene Abschreibungen minus Anschaffungskosten minus Verkaufskosten. Einen Verlust kann man leider nur mit anderen Veräußerungsgewinnen verrechnen.

Sonderfall „gewerblicher Grundstückshandel“: Das betrifft Sie, wenn Sie innerhalb von fünf Jahren mehr als drei Objekte verkaufen, die Sie noch nicht zehn Jahre lang besessen haben.

Betriebliche Immobilien: Dazu gehören immer eigenbetrieblich genutzte Immobilien, stets auch Immobilien, die man an eine OHG oder KG über¬lässt, an der man beteiligt ist, und meistens auch Immobilien, die man an die eigene GmbH vermietet (so genannte „Betriebsaufspaltung“). Für betriebliche Immobilien ist die Frist endlos. Hier müssen Sie die Einnahme also auch dann versteuern, wenn die Immobilie schon seit 50 Jahren oder länger zu Ihrem Eigentum zählt. Einen noch übrigen Bilanzwert können Sie von der Einnahme abziehen. Die Differenz ist ihr steuerpflichtiger Gewinn (bzw. Verlust, falls die Einnahme niedriger ist als der Bilanzwert).

Ihr Steuerberater für Puchheim
Alfred Gesierich