„Krankenversicherungs-Optimierer“ beraten oft egoistisch

Private Krankenversicherungen können im Alter sehr teuer werden. Es gibt zwar die Möglichkeit, innerhalb derselben Versicherungsgesellschaft ohne Risikozuschlag und unter Mitnahme der Altersrückstellungen in einen günstigeren Tarif zu wechseln (§ 204 VVG), aber die Versicherer blocken dieses Ansinnen oftmals (rechtswidrig) ab.
Ohne Experten ist der Wechsel also schwierig. In diese Lücke sind nun Dienstleister gestoßen, die auf reiner Erfolgshonorar-Basis den Wechsel in günstigere Tarife anbieten.

Das hört sich zunächst gut an: Endlich einmal ein Vermittler, der nichts möglichst teures, sondern etwas möglichst günstiges vermitteln will. Doch die Erfolgsprämie über die Prämieneinsparung führt zu einer Fehlsteuerung. Denn die „Optimierer“ suchen einfach den absolut billigsten Tarif heraus. Je größer die monatliche Ersparnis, desto höher ist nämlich das Erfolgshonorar. Dieses wird oft auf Basis einer Jahres-Ersparnis festgelegt und kann somit ein paar tausend Euro ausmachen.

Unerwünschte Nebenwirkung eines Billigtarifs: Die billigsten Tarife bieten oftmals nur einen Basisschutz. Langjährig privat Versicherte, die an Premium-Behandlung gewohnt sind, erleben dann eine böse Überraschung, wenn der neue Billig-Tarif viele Behandlungsarten und Zusatzleistungen nicht umfasst.

Unser Rat: Die billigste Lösung ist oft nicht die Beste. Wenden Sie sich lieber an einen von der IHK zugelassenen Versicherungsberater (www.bvvb.de), der auf Stundenbasis berät und das Optimum für Sie herausholt statt für
seinen eigenen Geldbeutel.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim

„Vorsorgetarife“ sind eine Mogelpackung

Viele private Krankenversicherer werben für den Abschluss einer Zusatzversicherung, die für eine garantierte Beitragssenkung im Alter sorgt. Ein 35-Jähriger zahlt zum Beispiel 50 Euro Zusatzbeitrag und sein Krankenversicherungsbeitrag sinkt dafür – ab Alter 65 – um 180 Euro.

Was gern verschwiegen wird: Auch wenn man bereits 65 ist und dann die Beitragsentlastung bekommt, muss man den Zusatzbeitrag bis an sein Lebens¬ende weiter bezahlen. Wer also 50 Euro Zusatzbeitrag zahlt, um 180 Euro Beitragseinsparung zu erhalten, der bekommt unterm Strich nur 130 Euro Beitragseinsparung (180 minus 50). Je älter der Versicherte bereits ist, desto unattraktiver wird die Sache. Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete von einer 58-jährigen Frau, die 231 Euro mehr zahlen sollte, um 330 Euro zu sparen. Unterm Strich spart sie aber – ab 65 – nur 99 Euro im Monat (330 minus 231). Damit sich das lohnt, müsste die Frau 98 Jahre alt werden.

Fazit: Wir raten von dieser Zusatzversicherung ab. Niemand weiß, wie sich Krankenversicherungsbeiträge entwickeln, und ob es in 20 Jahren die private Krankenvollversicherung überhaupt noch gibt. Im Zweifel sparen Sie lieber auf eigene Faust separat Geld an, um steigende Krankenversicherungsprämien im Alter bezahlen zu können.

Herzliche Grüße
Dipl. -Kfm. Alfred Gesierich
Steuerberater für Puchheim